Feinstaub und Lärm in Holzkirchen

Unser Verein setzt sich für eine Südumfahrung ein, da dadurch die Lärm- und Schadstoffbelastung in unserem Ort erheblich verringert werden kann.

Seit letztem Jahr wird die Feinstaubbelastung an der Tegernseer Straße gemessen. Als Grundlage dient ein Bausatz der Rahmen des Projekts „Citizen Science Feinstaub Messungen“ unterstützt wird. Siehe hierzu: „https://luftdaten.info

Monate mit Grenzwertüberschreitungen länger als 24 Stunden

Aktuelle gesetzliche Grenzwerten:

  • Der einzuhaltende Tagesmittelwert für PM10 beträgt 50 µg/m³ bei 35 zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr.
  • Der Jahresmittelwert für PM10 beträgt 40 µg/m³.

Empfehlung Weltgesundheitsorganisation:

  • Der einzuhaltende Jahresmittel PM10 beträgt 20 µg/m³
  • Der einzuhaltende Jahresmittel PM2,5 beträgt 10 µg/m³
  • Der einzuhaltende Tagesmittel PM10 beträgt 50 µg/m³ ohne zulässige Tage, an denen eine Überschreitung möglich ist.
  • Der einzuhaltende Tagesmittel PM2,5 beträgt 25 µg/m³ ohne zulässige Tage, an denen eine Überschreitung möglich ist.

Siehe hierzu: „https://de.wikipedia.org/wiki/Feinstaub“

Gesundheitsgefährung durch Lärm und Feinstaub

Die mit Lärm und Feinstaub verbundenen Risiken sind seit langem bekannt. An dieser Stelle beispielhafte Auszüge:

… Asthma, Allergien, Herzkrankheiten, Schlaganfall – das alles sind fatale, für Millionen Menschen am Ende sogar tödliche Folgen einer Dauerbelastung mit Stickoxiden, Ozon und Feinstaub, der in den Städten vor allem vom motorisierten Straßenverkehr ausgeht … Die gleiche Wirkung können die Schadstoffe wahrscheinlich auch im Gehirn erzeugen. Zumal ultrafeine Partikeln – solche kleiner als 2,5 Mikrometer – nachweislich die Blut-Hirn-Schranke überwinden können. In der Zeitschrift „Lancet“ präsentieren kanadische Mediziner eine Untersuchung mit den Daten von 6,6 Millionen Erwachsenen im Bundesstaat Ontario. Zwischen 2001 bis 2012 wurden die Wohnorte der gesamten erwachsenen Bevölkerung und ihre Nähe zu extrem schadstoffbelasteten Hauptverkehrsstraßen ermittelt – und mit dem Aufkommen von Demenz, Parkinson und multipler Sklerose verglichen. 230.000 Menschen entwickelten in der Zeit eine Demenz … Ein zusätzlicher Demenzfaktor, über den die Mediziner freilich nur spekulieren können, weil das etwa in früheren Untersuchungen im Ruhrgebiet eine Rolle spielte, ist der Verkehrslärm. Auch so ein neues umweltpolitisches Megathema …
(Aus: Feinstaub wird zur Volksseuche, Joachim Müller-Jung; FAZ.NET vom 15.01.2017)

… Ich würde schon sagen, die Zeiten, in denen man gesagt hat, dass Lärm einfach eine Belästigung darstellt und nicht krank macht, sind vorbei. Es gibt zahllose Studien, die zeigen, dass chronischer Lärm mehr Herz-Kreislauf-Erkrankung macht und hier insbesonders Herzschwäche, Herzinfarkt Bluthochdruck und Schlaganfall.
Ich kann hohen Blutdruck behandeln, ich kann hohes Cholesterin behandeln, aber der Lärm ist der einzige Faktor, den weder Arzt noch Patient beeinflussen kann, sondern nur die Politik …

(Aus: Sendung Kontrovers vom 01.03.2017 BR, Prof. Thomas Münzel, Lärmforscher und Kardiologie

… Lärmwirkungen reichen damit von Belästigungen bis hin zu sehr ernsthaften gesundheitlichen Folgen, wobei auch chronische Belästigungen zu einem signifikanten Anstieg des Erkrankungsrisikos führen können. Gesundheitsgefährdungen sind bei Dauerbelastungen ab einem 24-Stunden-Wert Lden von 65dB(A) und ab einem Nachtmittelwert Lnight von 55 dB(A) nicht mehr auszuschließen. Es handelt sich dabei um Außenpegel. 65 dB(A) entsprechen etwa der Lautstärke einer Schreibmaschine und 55 dB(A) einem Radio bei Zimmerlautstärke. An Hauptverkehrsstraßen ist mit Pegeln um die 80 dB(A) am Straßenrand zu rechnen …
(Auszug aus „Informationen zur Umgebungslärmrichtlinie“ der Europäischen Akademie für städtische Umwelt Berlin).

… Lärm macht krank, mindert die Arbeitsleistung und das Wohlbefinden von Menschen, drückt die Immobilienpreise, reduziert die Einnahmen von Kommunen und verursacht allein in Deutschland jährlich mehrere Milliarden Euro Folgekosten. Die wichtigsten Beeinträchtigungen, die durch Lärm entstehen, sind aus Sicht der WHO:
– Schlafstörungen
– kreislaufbedingte Erkrankungen
– Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit
– Beeinträchtigung im sozialen Verhalten
– hormonelle Reaktionen (z.B. Stresshormone) und ihre möglichen Konsequenzen für den menschlichen Stoffwechsel und das Immunsystem …